Gottesdienst feiern

Stellen Sie sich vor, Sie erwarten lieben Besuch. Ein Freund oder eine Freundin hat sich angekündigt. Es klingelt an der Tür. Sie machen die Tür auf, herzliche Begrüßung. Der Besucher streift den Schmutz von den Schuhen ab, zieht die Jacke aus und kommt herein. Sie gehen ins Wohnzimmer und setzen sich. Erstmal durchatmen und ankommen. Ein paar Sachen liegen oben auf, die müssen erst mal raus: „Hast du schon gehört?“ und „Das muss ich dir unbedingt erzählen!“. Als das Dringendste erzählt ist, lehnen Sie sich im Sessel zurück und hören aufmerksam einander zu; es wird ein tiefgehendes Gespräch daraus. Es hat etwas von Vergewisserung: Man hat einander immer noch eine Menge zu sagen. Darüber wird es später und später. Warum nicht auch noch zusammen etwas essen? Der Tisch wird gedeckt – herrlich, so beieinander zu sein. Das tut einfach gut! Aber nun muss der Besuch auch wirklich wieder los. Gestärkt und ermutigt durch Austausch und gemeinsame Mahlzeit, verabschieden Sie sich an der Tür voneinander. Noch ein paar gute Wünsche mit auf den Weg, man winkt einander zu und freut sich schon auf das nächste Mal.

Eine Begegnung unter Freunden – haben Sie es bemerkt? Eigentlich ist ein christlicher Gottesdienst nichts anderes: Ankommen und das, was anliegt, bei Gott loswerden; Zuhören und sich durch das biblische Wort ansprechen lassen; Tischgemeinschaft im Heiligen Abendmahl feiern mit Christus und der Gemeinde; und schließlich mit dem Segen Gottes wieder hinaus in die Welt gehen.

Jeder Gottesdienst, der als Evangelische Messe gefeiert wird, hat diese vier Teile: Eröffnung und Anrufung, Verkündigung und Bekenntnis, Heiliges Abendmahl und Sendung und Segen. Natürlich kann man das Abendmahl auch weglassen, aber dann fehlt eigentlich der Teil des Gottesdienstes, in dem Jesus Christus ganz konkret und real erfahrbar ist: Wenn wir die Worte hören „Christi Leib, für dich gegeben“ und „Christi Blut, für dich vergossen“, dann kommt tatsächlich Gott höchstpersönlich in Brot und Wein zu uns. Wie? Das ist ein Geheimnis, das Geheimnis des Glaubens. Aber dass es tatsächlich geschieht, das erleben Menschen im Sonntags- Gottesdienst immer wieder und ziehen daraus Lebenskraft für den Alltag.

Unter der Woche feiern wir auch Gottesdienst: Jeden Morgen treffen wir uns um 8.00 Uhr zur Mette im Altarraum und starten mit dem Lob Gottes in den Tag. Mittwochabends findet ebenfalls ein Gottesdienst mit Abendmahl statt; mehrmals im Jahr gestalten wir diesen Abendgottesdienst allerdings auch in besonderer Form: Als Jugendgottesdienst mit Band und Anspiel; als Segnungs- und Beichtgottesdienst; oder mehr meditativ als Adoramus-Feier, in der das Gebet und die Anbetung Gottes ganz im Mittelpunkt stehen.

In jedem Gottesdienst geht es aber letztlich um dasselbe: Um Begegnung mit dem heiligen Gott, der uns in seinem Sohn Jesus Christus ganz menschlich begegnet und durch den Heiligen Geist in unser Leben hineinwirken möchte. Es geht darum, ihm die Ehre zu geben, aus der Beziehung zu ihm zu leben und Kraft für den Alltag zu schöpfen.

Und wie mit guten Freunden, so ist es erst recht auch mit Gott: Es lohnt sich, diese Beziehung zu pflegen …
Vielleicht sehen wir uns ja demnächst im Gottesdienst!